„Davon, wie eine Frau Kraft und Geld in die Renovierung gesteckt hat und dafür zu hören bekam, dass ihre Wohnung bereits aufgeteilt worden sei, sie es aber schaffte, ihr Eigentum zu verteidigen.“

„Wie die Schwiegermutter beschloss, die Schwiegertochter aus deren eigener Wohnung zu werfen, damit die geliebte Tochter mit Kind einziehen konnte, aber eine harte Absage und die Tür vor der Nase bekam.“

Nina schleppte sich die Treppen hinauf, die Schlüssel der Einzimmerwohnung bohrten sich in ihre Handfläche.

Wie müde sie war.

Seit sechs Jahren lebten sie und Walera in diesem Loch am Stadtrand.

Seit sechs Jahren sparten sie auf irgendetwas Eigenes, und trotzdem reichte das Geld nie.

— Hallo, Sonnenschein, — Walera lächelte wie immer.

— Wie war die Arbeit?

— Einfach ein Albtraum, — Nina zog ihre Jacke aus.

— Und wie war dein Tag?

— Alles gut.

Mutter hat angerufen, sie lädt uns am Sonntag zum Abendessen ein.

Nina erstarrte mit der Jacke in den Händen.

Mein Gott, bloß das nicht.

Zur Schwiegermutter zu gehen war wie eine Folter.

Ständig war irgendetwas nicht richtig.

— Wird sie wieder von Galina erzählen?

Wie gut bei ihr alles läuft.

Und dass wir nichts erreicht haben? — fragte Nina leise.

— Hör doch nicht auf sie, — Waleri strich seiner Frau über die Haare.

— Bald ziehen wir aus, du wirst sehen.

Nina schwieg.

„Bald ziehen wir aus“ — wie oft hatte sie das schon gehört.

Doch das Geld reichte immer noch nicht.

Am Sonntag öffnete Walentina Petrowna die Tür mit einem säuerlichen Lächeln.

— Ah, da sind ja die Jungvermählten, — sagte die Schwiegermutter und musterte Nina kritisch.

— Nina, was ist das denn für eine Frisur?

Deine Haare sind überhaupt nicht ordentlich gemacht.

— Mama, fang nicht schon wieder an, — bat Waleri und zog die Schuhe aus.

— Was habe ich denn gesagt? — Walentina Petrowna breitete die Arme aus.

— Eine Frau muss eben auf sich achten.

Galina sieht immer geschniegelt und geschniegelt aus.

Galina, die mit ihrer Tochter auf dem Schoß im Wohnzimmer saß, lächelte Nina gönnerhaft an.

Nach der Scheidung war sie zu ihrer Mutter zurückgekehrt und galt nun als Vorbild.

— Hallo, Ninochka, — sagte Galina süßlich.

— Du hast wohl abgenommen.

Habt ihr gar kein Geld mehr für vernünftiges Essen?

Nina setzte sich schweigend an den Tisch und schluckte die Sticheleien wie immer herunter.

Waleri stand unbeholfen daneben, verteidigte sie aber nicht.

In Gegenwart seiner Mutter verwandelte er sich in einen gehorsamen Sohn.

— Hast du immer noch keine richtige Arbeit gefunden? — setzte die Schwiegermutter ihre Attacke fort.

— Meine Galina hat in einer Bank gearbeitet!

Das nenne ich eine Stellung!

— Nina hat eine gute Arbeit, Mama, — sagte Waleri schließlich.

— Eine gute? — schnaubte Walentina Petrowna.

— Sie verdient doch nur ein paar Groschen.

Mit so einem Geld kann man keine Familie ernähren.

Nina ballte unter dem Tisch die Fäuste.

In ihr brodelte alles, aber schmutzige Wäsche nach draußen zu tragen, lag ihr nicht.

Zurückhaltung und Geduld — das war es, was ihr half, diese Besuche zu ertragen.

Nach Hause kehrten sie schweigend zurück.

Waleri schaltete den Fernseher ein, Nina ging in die Küche, um zu kochen.

Gewohnte Routine, gewohntes Schweigen nach jeder familiären Zusammenkunft.

Am nächsten Tag klingelte das Telefon.

Nina nahm ab und erwartete die Stimme einer Kollegin oder Freundin zu hören.

— Nina Sergejewna?

Hier ist die Notarin.

Ich habe wichtige Neuigkeiten für Sie bezüglich des Erbes Ihrer Tante Antonina.

Ihr Herz blieb beinahe stehen.

Tante Tonja war vor einem Monat gestorben, aber über ein Erbe hatte niemand gesprochen.

— Ihnen ist eine Zweizimmerwohnung im Moskowski-Bezirk zugefallen, — fuhr die Notarin fort.

— Die Unterlagen können Sie morgen abholen.

Nina sank auf einen Stuhl, ohne glauben zu können, was sie hörte.

Eine Zweizimmerwohnung.

In einer guten Gegend.

Ihre Chance auf ein normales Leben.

Waleri kam von der Arbeit zurück, ausgepresst wie eine Zitrone.

— Ich habe Neuigkeiten, — Ninas Stimme zitterte.

— Tante Tonja hat mir eine Wohnung hinterlassen.

Waleri blieb in der Tür stehen, ohne die Jacke auszuziehen.

— Was für eine Wohnung?

— Eine Zweizimmerwohnung.

Im Moskowski-Bezirk.

Das Haus ist aus Backstein, ringsherum ist viel Grün, — sagte sie schnell, atemlos.

— Sie braucht Renovierung, aber sie ist hell, warm …

Waleri kam langsam näher.

Nina stand auf — und sie umarmten sich direkt in der Küche.

Endlich eine eigene Wohnung.

Keine fremden Bemerkungen mehr ertragen und nicht mehr auf unsicheren Rechten leben.

Doch die Freude verflog schnell — die Arbeit stand erst bevor.

— Walera, schau mal, welche Tapeten ich für das Schlafzimmer ausgesucht habe, — Nina breitete Muster auf dem Tisch aus.

— Cremefarben, so weich.

— Hübsch, — nickte Waleri.

— Und wie viel wird das kosten?

— Wir bleiben im Budget, — versicherte Nina.

— Ich war schon in drei Geschäften und habe die Preise verglichen.

Waleri umarmte sie, küsste sie auf den Scheitel.

Nina schloss die Augen.

Bald würde sich alles verändern — es würde ein echtes Zuhause werden.

Die Renovierung verschlang sie völlig.

Nina saß bis tief in die Nacht in Foren, suchte Handwerker, rannte durch Baumärkte.

Waleri half an den Wochenenden — stemmte Schlitze in die Wände, klebte Tapeten, strich Decken.

Ihre Kräfte waren fast erschöpft.

— Schatz, ich habe noch einen Nebenjob angenommen, — sagte Waleri und ließ sich aufs Sofa fallen.

— Für die Renovierung brauchen wir mehr Geld als gedacht.

— Und ich habe mir von Sweta fünfzigtausend geliehen, — gestand Nina.

— Ich habe versprochen, es in zwei Monaten zurückzugeben.

Waleri rieb sich das Gesicht.

Die Ersparnisse schmolzen in erschreckendem Tempo dahin, aber aufzuhören war zu spät — sie waren schon zu weit gegangen.

Am Samstag klingelte es an der Tür der neuen Wohnung.

Nina öffnete mit einem schmutzigen Lappen in der Hand — sie hatte gerade nach dem Verlegen des Laminats den Boden gewischt.

— Oh, was für ein Putzteufelchen, — bemerkte Walentina Petrowna spöttisch und trat ungefragt ein.

— Zeig mal, was ihr hier zustande gebracht habt.

Hinter der Schwiegermutter folgte Galina mit ihrer Tochter auf dem Arm.

— Wir wollten sehen, was du hier treibst, — erklärte die Schwägerin und sah sich im Flur um.

— Mama macht sich solche Sorgen um Walera.

Nina führte sie durch die Wohnung und spannte sich innerlich an.

Walentina Petrowna kritisierte alles — die Fliesen im Bad, die Farbe der Wände.

— Warum hast du so teure Fliesen genommen? — fragte die Schwiegermutter und schüttelte den Kopf.

— Hier hätte man besser Tapeten mit Sternchen hinmachen sollen.

Du machst alles so unpraktisch, Nina.

— Mir gefällt es, — antwortete Nina leise.

— Und wen interessiert das? — schnaubte Galina.

— Walera wird hier leben, nicht nur du allein.

Nina biss die Zähne zusammen und wischte weiter Staub.

Von den Verwandten kam keinerlei Hilfe — nur ewige Beschwerden und Sticheleien bei jedem Treffen.

Doch der Gedanke daran, dass bald alles vorbei sein und etwas Neues beginnen würde, wärmte sie.

Nur noch ein wenig durchhalten — und sie würden frei sein.

Und da war er, der letzte Tag in fremdem Wohnraum.

Waleri war früh zur Arbeit gegangen und hatte sie zum Abschied geküsst.

— Heute ist der letzte Tag in der Mietwohnung, — hatte er geflüstert.

— Morgen schlafen wir schon zu Hause.

Nina räumte den Bauschutt weg, schrubbte die Böden, putzte die Fenster.

Es roch nach Farbe, nach Frische und nach etwas Neuem.

Alles glänzte vor Neuheit.

Ein scharfes Klingeln an der Tür.

Nina öffnete — wen trieb es mitten am Tag hierher?

Auf der Schwelle stand Walentina Petrowna mit einer großen Tasche.

— Ninochka, hallo, — sagte die Schwiegermutter und trat in den Flur.

— Wie geht es, wie läuft die Renovierung?

— Fast fertig, — antwortete Nina und schloss die Tür.

Die Schwiegermutter ging gemächlich durch die Wohnung, sah in jedes Zimmer und setzte sich an den Küchentisch.

Nina bemerkte, wie aufmerksam sie alles musterte.

— Gibt es Tee? — fragte Walentina Petrowna und holte irgendwelche Sachen aus der Tasche.

— Ja, natürlich, — Nina stellte den Wasserkocher an.

— Ich mache gleich welchen.

Während das Wasser heiß wurde, schwieg die Schwiegermutter, nickte nur hin und wieder, während sie alles betrachtete.

Nina war nervös — solche Besuche endeten nie gut.

— Es ist eine schöne Wohnung geworden, — sagte Walentina Petrowna schließlich und trank einen Schluck Tee.

— Hell, geräumig.

— Danke.

Die Schwiegermutter stellte die Tasse ab.

Sie sah aus dem Fenster.

Dann richtete sie den Blick auf Nina.

— Ich habe Folgendes beschlossen.

Du ziehst mit Walera erst einmal zu uns, und in deiner Wohnung wird meine Tochter mit dem Kind wohnen.

Die Schwiegermutter sprach ruhig.

Ganz alltäglich.

Die Welt schien stillzustehen.

Nina sah die Schwiegermutter an und konnte nicht glauben, was sie gehört hatte.

Walentina Petrowna trank ruhig ihren Tee, als hätte sie etwas völlig Gewöhnliches vorgeschlagen.

— Was haben Sie gesagt? — fragte Nina leise nach.

— Ich sagte, dass ihr erst einmal bei mir wohnen werdet, — wiederholte die Schwiegermutter, ohne den Blick von der Tasse zu heben.

— Und in deiner Wohnung werden Galotschka und meine Enkelin wohnen.

Alles ist gerecht — die Tochter mit Kind soll getrennt wohnen.

Und ihr drängt euch eben bei mir zusammen, nichts Schlimmes.

Nina stieg das Blut ins Gesicht.

In ihr begann alles zu kochen — Monate des Schweigens, der Geduld, der heruntergeschluckten Kränkungen verwandelten sich plötzlich in glühende Lava.

— Das ist doch Familie, — fuhr Walentina Petrowna belehrend fort.

— Man muss Verständnis haben, уступать, eine Frau sein.

— Welche Familie? — Ninas Stimme zitterte vor Empörung.

— Diese Wohnung ist meine!

Mein Erbe!

— Na und? — schnaubte die Schwiegermutter.

Nina stand vom Tisch auf, ihre Hände zitterten.

Nina hatte in die Renovierung Kraft, Zeit und all ihre Ersparnisse gesteckt.

Und diese Frau schlug nun seelenruhig vor, die Wohnung fremden Leuten zu überlassen.

— Die Renovierung haben wir selbst gemacht! — rief Nina.

— Sie haben keinen Finger gerührt, Sie haben nur kritisiert!

Weder Sie noch Ihre Tochter haben irgendetwas mit dieser Wohnung zu tun!

— Wie kannst du es wagen, die Stimme gegen mich zu erheben? — empörte sich Walentina Petrowna.

— Du bist mir nicht ebenbürtig, Mädchen.

Und was heißt schon, dass ihr alles selbst gemacht habt?

Jetzt ist eben eine solche Notwendigkeit entstanden!

Und ihr seid verpflichtet, die Wohnung abzutreten!

— Welche Notwendigkeit? — Nina erkannte ihre eigene Stimme nicht wieder.

— Ihre Tochter hat ein Zimmer in Ihrer Wohnung!

Die Schwiegermutter presste die Lippen zusammen und hatte offensichtlich nicht mit so viel Widerstand von der stillen Schwiegertochter gerechnet.

— Galotschka ist es bei mir zu eng, — sagte sie kühl.

— Hier ist Platz, Schönheit.

Das Kind braucht Raum zum Spielen.

In diesem Moment schlug die Eingangstür zu.

Waleri war zurückgekommen — er hatte die Mappe mit den Dokumenten auf dem Tisch vergessen.

Nina wandte sich zu ihrem Mann um, ihre Augen brannten vor Tränen der Wut.

— Deine Mutter schlägt vor, dass wir hier ausziehen, — warf Nina hin und zeigte auf die Schwiegermutter.

— Damit Galina mit ihrer Tochter hier einzieht.

Waleri blieb in der Küchentür stehen und sah abwechselnd seine Frau und seine Mutter an.

Walentina Petrowna richtete sich in ihrem Sessel auf und bereitete sich auf den Angriff vor.

— Walerotschka, — sagte sie sanft.

— Ich werfe euch doch nicht hinaus.

Ihr werdet bei mir wohnen.

Und Galotschka mit dem Kind wird es hier besser haben.

— Mama, — Waleri trat langsam an den Tisch.

— Das ist Ninas Wohnung.

Wir leben hier.

— Was du nicht sagst? — winkte die Schwiegermutter gereizt ab.

— Galina ist deine Schwester, sie hat ein Kind.

Und ihr seid jung, ihr werdet euch schon anpassen.

Nina sah ihren Mann an.

Jetzt entschied sich alles — ihre Ehe, ihre Zukunft, ihr Recht auf ein eigenes Leben.

Waleri schwieg einige Sekunden und sah seine Mutter an.

— Geh jetzt, Mama.

Sofort.

Walentina Petrowna war völlig verblüfft.

— Was?

Wie redest du mit mir?

— Ich entscheide selbst, wo ich lebe, — Waleri trat zu seiner Mutter.

— Die Wohnung gehört Nina, und hier wird nichts aufgeteilt.

Niemand wird hier wohnen, außer uns.

Die Schwiegermutter sprang auf, ihr Gesicht wurde vor Wut rot.

— Bist du völlig verrückt geworden? — zischte sie.

— Wegen dieser … wegen ihr verrätst du deine eigene Mutter?

— Mama, nimm deine Sachen, — sagte Waleri müde.

— Genug jetzt.

Walentina Petrowna griff nach ihrer Tasche und warf Nina einen bösen Blick zu.

— Ihr werdet es noch bereuen, — presste sie hervor und ging zum Ausgang.

— Ihr zerstört die Familie!

Waleri begleitete seine Mutter bis zur Tür, schloss ab und trat zu seiner Frau.

Nina stand am Fenster und zitterte vor Aufregung.

Waleri umarmte sie und küsste sie auf den Scheitel.

— Ich bin bei dir, — sagte er leise.

— Mach dir keine Sorgen.

So etwas wird nicht mehr passieren.

Zwei Jahre vergingen.

Nina und Waleri lebten in ihrer eigenen Wohnung.

Nina hängte schöne Vorhänge auf, stellte Blumen auf die Fensterbänke und Bilder ins Wohnzimmer.

Sie bekam eine gemütliche Ecke auf dem Balkon, wo sie morgens Kaffee trank und auf die Stadt blickte.

Es gab einen Lieblingssessel am Fenster, in dem sie abends las.

Die Schwiegermutter und die Schwägerin kamen nicht mehr.

Walentina Petrowna rief ein paarmal an — redete auf sie ein, setzte sie unter Druck, beschuldigte Nina, die Familie zerstört zu haben.

Dann verstummte sie.

Waleri fuhr nicht mehr jedes Wochenende zu seiner Mutter, der Kontakt verlief sich nach und nach.

Nina mischte sich nicht ein — das war seine Wahl, seine Entscheidung.

Nina sah, dass es ihrem Mann schwerfiel.

Aber er war ein erwachsener Mensch.

Und Nina spielte nicht länger die Rolle der schweigsamen, bequemen Schwiegertochter.

Nina lebte einfach an seiner Seite — ruhig, ehrlich, auf ihre eigene Weise.

Wenn ihre Freundinnen fragten, ob es nicht beängstigend gewesen sei, sich gegen die Schwiegermutter zu stellen, lächelte Nina.

— Beängstigend ist es, wenn man dich nicht fragt und schon alles für dich entschieden hat, — antwortete sie.

— Das ist beängstigend.

Aber für das Eigene einzustehen — das ist nicht beängstigend.